Michael Wiegert-Wegener

geboren 1953 in Bielefeld, Grundschule, Abitur, Studium, verheiratet, drei erwachsene Kinder. Abschluss des Studiums der Germanistik und Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld mit dem Staatsexamen für das Lehramt der Sekundarstufe II und dem Magister Artium in Literaturwissenschaft.

Den ersten Kontakt mit dem Medium Tonband und schließlich Doppel-8mm Schmalfilm hatte er zusammen mit Sandkastenfreund Frank Bell schon im Grundschulalter. Der erste Film 1967 ist der Versuch eines Bielefeld-Portraits in Schwarzweiß, der zweite ein Horrorfilm auf der Sparrenburg. 1970 gewinnen sie den ersten Preis bei einem Schülerwettbewerb mit „... und wie denken Sie über die DDR?“.

Mit 27 kommt die erste eigene Profi-Filmkamera Arriflex 16BL. Seitdem macht er hauptberuflich Filme.

Ganz wichtig während der Schulzeit ist für ihn die Arbeit im Kamera-Filmkunsttheater bei Carl Aul, die ihn als Platzanweiser, Dekorateur und als Filmvorführer dem Medium Film, technisch und inhaltlich noch näher bringt.

Schauspielern kann er in Jürgen Schettlers bekannter Laienspielschar des Helmholtz-Gymnasiums, wo neben Frank Bell auch der Sohn des Spielleiters, Holger, mitwirkt. Eine Spielzeit lang ist er Statist im Stadttheater. Neben der Schauspielerei macht ihm das Imitieren von Politikern, Filmstars und besonders von Heinz Erhardt Spaß (bis heute).
Ein Job als „Helferlein“ bei Eberhard Stocks FWT (Film in Wissenschaft und Technik) aus Bielefeld bringt erste Kontakte zur professionellen Filmproduktion. Von Stock erhält er die erste 16mm Bolex-Kamera als „Arbeitslohn“ – und ein paar Röllchen Filmmaterial. Später darf er den Film bei FWT schneiden.

In der Universitätszeit ist er studentische Hilfskraft im AVZ als Kameramann und Cutter für zahlreiche wissenschaftliche Filme. Der erste 30-Minuten-Film über die Uni Bielefeld von Walter Blohm im WDR gehört dazu.

1981 Gründung der ersten eigenen Filmproduktionsfirma und Belieferung der Kirchenredaktion des WDR Fernsehens in Köln und dessen Regionalstudios in Bielefeld mit Fernsehfeatures. In den 1980er Jahren, zunächst als Assistent und später als Koproduzent, Zusammenarbeit mit Gunther Wolf, dessen Nachlass inzwischen von unserer Stiftung bewahrt wird.
1989 zusammen mit seinen Freunden Frank Bell und Dr. Holger Schettler Mitgründer und bis heute Gesellschafter der tri-ergon film & werbeagentur GmbH.

In seiner Freizeit füllt er sein umfangreiches Filmarchiv auf, sichtet und katalogisiert den Nachlass der Gunther-Wolf-Filmproduktion und arbeitet an dessen Biografie.

 

Dr. Holger Schettler

geboren 1955 in Bielefeld, Mitinhaber der tri-ergon film- & werbeagentur GmbH seit der Gründung 1989. Verwitwet – ein Sohn.

Grundschule, Gymnasium – Wechsel zur Berufsfachschule für Elektronik mit Abschluss, von 1974 – 1977 Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten. Nach dem Ende der Ausbildung Kündigung aus persönlichen Gründen.

Für ein Jahr zur Überbrückung Werkstoffprüfer bei den Manneswerken in Bielefeld-Brackwede, dann Abitur am Westfalen-Kolleg.

Es folgt das Studium der Geschichte, Literaturwissenschaft und Geographie an der Universität Bielefeld mit dem Magister Artium in der Geschichtswissenschaft. Während des Studiums Teilnahme an einer dreimonatigen Lehrforschung der Fakultät Geographie in Indonesien, Thema „Verstädterungsprobleme am Beispiel kleinstädtischer Märkte auf Sulawesi“.
Danach Promotion in der Geschichtswissenschaft zum Thema „Die soziale Lage der Arbeiter und Angestellten in den Jahren 1918 – 1939 und ihre Darstellung im Spielfilm“. Er wird während des Studiums und seiner Promotionszeit von der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert. Sie ermöglicht ihm auch spannende Informationsreisen ins Ausland, etwa in das Spanien während des Demokratisierungsprozesses. Seine Promotion erscheint als Buch.

Über die Theatergruppe seines Vaters Jürgen am Helmholtz-Gymnasium lernt er seinen Kompagnon Michael Wiegert-Wegener und Stiftungsmitgründer Frank Bell kennen. Durch sie kommt er auch in Kontakt zu seinem großen Hobby: Film. Es folgt eine Ausbildung zum Kinovorführer im Kamera-Filmkunsttheater.

Das Medium Film lässt ihn nicht mehr los. Auch die notwendigen Schüler- und Studentenjobs laufen im Filmbereich. Ganz wichtig dabei ist ihm die Arbeit im Kamera-Filmkunsttheater in Bielefeld ab 1974. Jeden Sonntag – immerhin 12 Jahre lang – ist er dort als Vorführer beschäftigt.

In der Uni ist er später dann als studentische Hilfskraft im AVZ (Audio-visuelles Zentrum) als Kameramann, Cutter und Realisator für wissenschaftliche Filme angestellt. In der dreijährigen Arbeit am AVZ hat er durch die filmische Arbeit an unzähligen Projekten die „Ausbildung“ im Filmgeschäft absolviert.

Neben der praktischen Filmarbeit war die Beschäftigung mit der Filmgeschichte für ihn immer persönliche Leidenschaft und professionelle Arbeit gleichermaßen. Im Jahr 2015 endlich findet diese persönliche Begeisterung und wissenschaftliche Neugierde ihre organisatorische Heimat: Die Gründung der Stiftung Tri-Ergon Filmwerk.

 

Frank Bell

geboren 1954 in Bielefeld, ist nach Volksschule und Abitur seit 1975 Redakteur der Neuen Westfälischen (Volontariat 1975 bis 1977).

Er kommt schon als sechsjähriger durch den Großvater mit der Tonband- und Filmvorführtechnik in Berührung. Erste Ausflüge in die Ton-Produktion macht er mit Sandkastenfreund Michael Wiegert ab 1961. Schmalfilme dreht er mit ihm ab 1967.

Er absolviert zusammen mit Michael 1970 eine Ausbildung bei der Kreisbildstelle zum Vorführer 16mm und 1972 zum Kinovorführer im Kamera-Filmkunsttheater bei Carl Aul. In der Kamera ist er von 1972 bis 1982 tätig als Filmvorführer, Platzanweiser und Hausmeister. 1976 Abschluss des Fernlehrgangs „Filmkaufmann“ mit der Note „gut“.

Während des Volontariates schreibt er viele Filmkritiken. Von 1984 bis 1990 ist er Redakteur im Videostudio der Neuen Westfälischen (Redaktion, Realisation, Schnitt, Tonmischung, Kamera). Neben Dokumentationen entstehen auch Zuschauer-Videos für die Kunsthalle. Seit 1984 begleitet er die Entwicklung auf dem Kinosektor in Bielefeld für die NW.

Ab 1975 sammelt er (historische) Geräte der Film- und Ton(studio)technik, seit 1989 konsequent, auch zur Kinotechnik (Aufnahme und Wiedergabe). Ab 1988 beschäftigt er sich mit der Erforschung der Geschichte des Tonfilms, besonders von Tri-Ergon und des Bielefelders Joseph Massolle.
Von 1989 bis 2012 ist er Gesellschafter der Tri-Ergon-Filmproduktion GmbH. 1993/1994 erhält er den Auftrag zur Konzeption und Realisation der Kinoabteilung im Historischen Museum Bielefeld. Es folgen mehrere Ausstellungen zur Tonfilm-, Tri-Ergon- sowie zur regionalen Kinogeschichte (z. B. in Bünde, Herford und 2014 im Historischen Museum Bielefeld). Seit 2014 bietet er historische Kinorundgänge in Bielefeld an.
1989 bis 1993 bildet er in einem Team 100 arbeitslose Geisteswissenschaftler zu Lokalfunk-Redakteuren aus.
1995 ist er Co-Autor des Bielefelder Kinobuchs „Pioniere, Tüftler, Illusionen – Kino in Bielefeld“ sowie Autor von Fernsehdokumentationen. Die Historische DVD-Reihe der NW betreut er als Redakteur.
Seine Sammlung von Dokumenten, Objekten und Filmen zur lokalen Kino- und Filmgeschichte ist so umfangreich, dass sie jetzt in die Stiftung „Tri-Ergon Filmwerk“ eingebracht wurde.
Er ist Mitautor populärwissenschaftlicher Fachbücher in der Reihe „Weltwunder der Kinematographie“: „“Aufstieg und Untergang des Tonfilms“ (2002), „Zur Geschichte des Filmkopierwerks“(2006), „Zeitschichten: Magnetbandtechnik als Kulturträger“ (2010) und „Achtung: Aufnahme – Lebensbilanz: 80 Jahre Klangaufzeichnung, Peter K. Burkowitz im Gespräch“ (2012).

Für 2019 hat er den Auftrag für eine Bielefelder Kinoausstellung im Historischen Museum, den er zusammen mit den Stiftern Dr. Holger Schettler und Michael Wiegert-Wegener umsetzt.