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"Kinos so fördern wie die Theater" | Neue Westfälische


Frank Bell und Holger Schettler von der Bielefelder Stiftung Tri-Ergon Filmwerk plädieren für eine deutliche staatliche Unterstützung der Lichtspielhäuser und der Filmwirtschaft nicht nur in der Coronakrise.


Herr Bell, Herr Schettler, im September haben Sie anlässlich der Eröffnung Ihrer umfangreichen Ausstellung über 125 Jahre Kinogeschichte in Bielefeld betont, dass Sie an die Zukunft des Kinos glauben. Der zweite Lockdown verschärft derzeit die Krise der rund 700 Kinos im Lande nochmals. Wie sieht es heute mit Ihrem Glauben an das Kino aus?


HOLGER SCHETTLER: Ich glaube grundsätzlich weiter an die Zukunft des Kinos, weil es etwas ganz anderes ist als ein Streamingdienst, nämlich ein sozialer Raum, in dem Menschen gemeinsam einen Film auf großer Leinwand mit tollem Ton erleben wollen. So ein Erlebnis kann eben nur das Kino bieten. Deshalb hat es eine Zukunft trotz Pandemie und der Konkurrenz durch die Streamingdienste. Ich befürchte aber dennoch, dass viele Kinos die Krise nicht überleben werden.


FRANK BELL: Ja, leider werden wir wohl demnächst ein Kinosterben erleben. Dabei dürften weniger die Arthouse-Kinos und Filmkunsthäuser gefährdet sein, denn die haben ein sehr treues Publikum, das sich zumeist aus den lokalen Kulturszenen speist, als insbesondere die kleinen Kinos und die großen Multiplexe.



2020.12
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