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  • Michael Wiegert-Wegener

Deutschland-Frankreich – zwei Kinowelten

Ein Abo für ’s Stadttheater? Na klar, kennen wir doch. Popcorn in der Oper? Pfui Deibel, wie kulturlos! Und im Kino? - Das ist was anderes. Ist es das wirklich? In Frankreich wäre es undenkbar mit Popcorn-Geraschel die Vorstellung zu stören. Auch der Geruch (oder Gestank) von Popcorn, Tacos oder anderen „Genüssen“ bleibt bei unseren Nachbarn draußen. Überhaupt hat das Kino in Frankreich schon immer den Status von Kunst. Schauspielerinnen, Schauspieler, Regisseurinnen, Regisseure und alle Filmschaffenden sind dort Künstler. So sieht sie die Filmkritik und so sieht sie das Publikum. Filme laufen daher meist im Original mit Untertiteln, aus Respekt gegenüber der Sprechleistung der Leinwandkünstler. Nichts gegen die bei uns so oft vernachlässigten Synchronsprecherinnen und -sprecher, die auf ihrem Gebiet ebenfalls wahre Künstler sind. Und selbstverständlich kann man in Frankreich ein Kino-Abo abschließen. In einem Vergleich der beiden Kinoländer nannte der Deutschlandfunk kürzlich die erstaunlich niedrigen Eintrittspreise in französischen Lichtspielhäusern, die trotz einfacherer Bestuhlung im Vergleich zu denen hierzulande wesentlich besser besucht seien. Außerdem greifen beim Nachbarn eine Reihe ungewöhnlicher Fördermaßnahmen angefangen bei der Quote französischer und europäischer Filme am Markt bis zu Spielfilm freien Tagen im Fernsehprogramm. Sollte man mal drüber nachdenken.


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