Gunther Wolf

Der komplette Nachlass des Produzenten J. Gunther Wolf aus Bielefeld-Milse, der seit 1948 in der Stadt 50 Jahre lang seine Filmfirma betrieb, wurde von der Stiftung gesichert und bewahrt. Das betrifft nicht nur den größten Teil seiner Filme, Tonaufzeichnungen und Fotografien sondern auch das technische Inventar, Requisiten, Trickfilmfolien, Produktionsakten, Schriftverkehre und Verträge. Das filmische Schaffen Wolfs ist nahezu lückenlos dokumentiert und wird von der Stiftung ausgewertet. Die Filmmusiken der frühen Jahre ließ Wolf von Bielefelder Komponisten schreiben und nahm sie mit Musikern der Städtischen Bühnen auf. Die Tonträger dieser Zeit bilden einen Teil des heutigen Archiv-Bestandes. Neben umfangreichen Fotografien von Schauspielerinnen, Schauspielern und Schauspielen der Städtischen Bühnen Bielefeld zwischen 1949 und 1953 hat Wolf mit seiner Mittelformatkamera die Natur Ostwestfalens dokumentiert. Neben der Veröffentlichung einer Biografie Gunther J. Wolfs werden seine Kulturfilme Stück für Stück restauriert, digitalisiert und der Öffentlichkeit als Filmarchiv zugänglich gemacht. Sie spiegeln in besonderer Weise die Veränderungen der Berufe in Film und Gesellschaft sowie auch der Stadt und der Menschen während der Wirtschaftswunderjahre wieder. Die Naturfilme Wolfs bilden die Säule seines Schaffens im Filmemachen seit den 1970er Jahren. Wolf ist das Beispiel eines Selfmade-Man und Einzelgängers im harten Filmgeschäft, das früher zwar anders, aber für ihn nicht minder fordernd war als für die vielen Einzelkämpfer unserer Tage. Das umfangreiche Filmarchiv bietet nicht nur Filmenthusiasten spannende Einblicke in die Medien- und Filmwelt der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, es dürfte auch für Ökonomen und Sozialforscher interessant sein.